Diskussion:Siebenschritt

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Übertragung

Ich habe die Diskussion auf Ursprung Siebenschritt verlegt, um hier den beschränkten Platz nicht zu sehr aufzublähen. Bitte dort weiterdiskutieren. --FFuchs 08:55, 25 November 2009 (UTC)

Einleitung

Hallo Rolf Kirchberg / Alpenfrauchen!

Deine Beiträge sind sehr interessant für mich, danke dafür. Wir sind auf Leute wie dich angewiesen, um mit verschiedenen Wissensständen das Tanzwiki weiterzubringen.

Bitte gib bei weiteren Beiträgen die Video-Quelle genauer an, etwa kopiere den kompletten Link im Browserfeld oben. Das erspart einiges Suchen, bis man im YouTube das richtige Video findet.

Und melde dich bitte an, es ist mühsam, aus dem Stil eines Users mit täglich wechselden IP-Adressen den eigentlichen Urheber zu erraten.

Aber nochmals, danke für deine Beiträge.

Siebenschritt

Wolfram schreibt: "Da der Siebenschritt auch gleichmäßig in allen abgelegenen früheren deutschen Sprachinseln in Osteuropa vorkam, dürfte er schon zur Auswanderungszeit bekannt gewesen sein, was auch wieder in die 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts führt." Er übersieht dabei aber, es gab aber schon deutsche Sprachinseln seit dem 12. Jahrhundert, etwa in Siebenbürgen. Und dort war der Siebenschritt genau so verbreitet. Oder Wolfram wollte als Wissenschafter keine Vermutungen über ein unbelegtes hohes Alter veröffentlichen, sondern nur tatsächlich Beweisbares. Und genau dies möchte ich auch.

Die durch die angegeben Quellen nicht belegte Aussage: "Melodie offenbar ein venezianisches Original aus dem 16.Jahrhundert (der 2.Teil könnte sogar aus einem Druck von 1569 stammen" ist daher eine unbelegte Wunschvorstellung. Was tatsächlich aus welchem Jahrhundert stammt und wer von wem übersetzt hat, ist heute nicht mehr feststellbar.

Ich übertrage die italienischen Quellen demnächst in den Hauptartikel Category:Siebenschritt und den Tanz Settepassi in einen eigenen Artikel als Italienischen Tanz.

Ganz liebe Grüße und Danke für deine Forschungen. --FFuchs 23:31, 8 November 2009 (UTC)

Was soll das? Fernsehwerbung hat hier nichts verloren, hat auch keinerlei Beweiskraft für irgend etwas. Es ist doch altbekannt, dass verschiedenste Melodien für verschiedenste Zwecke (Werbung) gebraucht werden. Und was soll der altbekannte Beweis, dass es viele verschiedene Siebenschritt-Melodien gibt, die jeder nach egenem Gutdünken zusammensetzt. Und dass diese als sind, sowohl in Italien als auch im deutschsprachigen Raum, ist ebenfalls altbekannt. Es ist nur mühsam, unvollständige Links zu suchen, die teilweise ("Pommersche Gutsleberwurst") gar nicht vorhanden sind, weil wahrscheinlich falsch getippt. Bitte die Links kopieren, damit sie nachvollziehbar werden. --FFuchs 18:13, 9 November 2009 (UTC)

Hallo !

Jetzt bin ich eingeloggt und schreibe nicht mehr anonym... Das kam daher, weil ich von einem Internetcafe aus arbeite. Da stehen über 20 Computer und jeder hat seine eigene IP-Adresse. Dass ich nicht ordnungsgemäß eingeloggt war,lag an der noch technischen Unkenntnis über alle Funktionen des Dancilla-Wiki-Forums.

Ich habe selbstverständlich nicht einfach alles in die Gegend gepfiffen. Dass mit der Fernsehwerbung war nur ein Hinweis, um eine Brücke zur Pinzgau-Fassung zu schlagen. Denn beide 2.Teile sind identisch. Bei der Pinzgau-Fassung haben wir sogar 2 Fassungen mit verschiedenen zweiten teilen in einer Folge. Dabei ist die gespielte "Rügenwalder"-Fassung hochinteressant, denn es ist ein wahres Phantom. Mindestens 4mal ist es in Euren Dancilla-Videos, ich habe wg. des Umzugs nur meine Notizen im Augenblick verbunkert. Aber im Staro Davny aus der tschechischen Republik ist sie als Zwischenspiel enthalten, den Rest muß ich wieder durchsehen.

Dieses Phantom hat die merkwürdige Eigenschaft, NIE selbständig aufzutreten, sondern praktisch immer als 2.Teil anderer Lieder und Tänze aus verschiedenen Ländern (England, Deutschland, Tschechien, Österreich). In einer Kombination namens "The Floral Dance" einer englischen Blaskapelle stürmte es 1977 die britischen Popmusik-Charts. Unter dem Titel "Ribbon Dance" ist es auf einer Single des Kögler-Verlages zu hören. Wenn so ein Stück in ganz Europa auftaucht, ohne dass eine Fassung als Original erkennbar ist, muß es sehr alt sein. Und so sind mir auch 2 frühe Fassungen von 1591 bzw. 1615 untergekommen - einmal auf einem Konzert mit Renaissance-Musik, das andere Mal bei YouTube. Die 1591er-fassung ist (wieder !) der 2.Teil von "The Carman´s Whistle" aus dem Lady Nevell´s Virginal Book. Dort steht das Lied mit 9 Variationen des Komponisten William Byrd (1538/43 - 1623); es gibt mindestens 3 YouTube-Videos mit Interpretationen für Cembalo oder Orgel. Auch der 1.Teil kommt später noch in Kontratänzen vor. Es muß also ein großer Hit um 1600 gewesen sein. Und William Byrd war nicht irgendein Feld-, Wald- und Wiesenkomponist, sondern der bedeutendste seiner Zeit, zumindest in England. Man weiß nicht, ob die Melodie seine eigene ist oder nur eine Bearbeitung. Zu dieser Zeit gab es bereits eine professionelle Musikszene, und es gehörte gerade zum Tagesgeschäft jedes guten Musikers oder Komponisten, über populäre Lieder und Tänze zu improvisieren und Variationen zu spielen. Es muß damals hunderte oder tausende solcher Stücke gegeben haben, nur die besten wurden auch aufgeschrieben - bei "The Carman´s Whistle" in einen Sammelband unter seiner Redaktion. Ich hatte das zweifelhafte vergnügen, mehrere Wochen mein auto mit Motorschaden in der Werkstatt zu haben und damit praktisch arbeitslos gewesen zu sein. Da hatte ich die Zeit, mal YouTube nach allem Verdächtigen abzusuchen: volkstänze verschiedenster Nationen, und weil ich schon lange den Verdacht auf einige Hits aus der Renaissance hatte, auch mal die Werke der einschlägigen Komponisten jener Zeit: Praetorius, Byrd, Bull, Frescobaldi & Co., die alle auch Tänze geschrieben haben. Ich habe mich also in den Stil verdammt gut eingehört und weiß, wie die Stücke jener Zeit gestrickt sind. Inzwischen höre ich den Stil auch bei "Volks"tänzen raus ubd glaube auch genug Dubletten identifiziert zu haben. Auf Deutsch: Hits der Renaissance, die 200 oder noch mehr Jahre später auf irgendeinem Bauernhof wieder aufgetaucht sind. In Deutschland und Österreich gibt es dafür eine saftige Bildungslücke, in Holland und England NICHT. Da kennt man die Pappenheimer zum Teil, und so manche Geschichte der Melodie brauche ich nur noch aus den Beschreibungen zu YouTube-Videos zu pflücken. Wenn sie ein schönes Beispiel haben wollen: Das berühmte Thema aus Smetanas Moldau - von ihm als angebliche Volksmelodie zitiert und verarbeitet. Ist aber in Wirklichkeit ein ITALIENISCHES Lied , herausgegeben Venedig 1600, von einem total vergessenen Komponisten. In der Popmusik nennt man so was ein "One Hit Wonder". Die ganze Geschichte mit allen Beteiligten können Sie in der englischen Wikipedia unter "La Mantovana" nachlesen, das Orginal gibts bei YouTube in einer Aufnahme von Angelo Branduardi ("Fuggi fuggi", so der Originaltext), und als "Italian Rant" bringe ich es Ihnen beim Kathreintanz auf den Tanzboden, als englischen Kontratanz von 1651... Enni Kwestschens ??? (Ich bin übrigens an diesen Erkenntnissen mit KEINEM Wort beteiligt, sowas haben Engländer oder Amerikaner schon ohne mich geschafft...)

Es ist weitaus mehr aus früherer Zeit erhalten als Sie glauben. Gehen Sie mal zur Wiener Universität und fragen Sie einen Prof nach William Byrd. Oder gleich den Harnoncourt... Da dürften wohl einige Romanseiten herauskommen... Es ist vor allem das Problem, dass diese Musik vor lauter Mozart, Haydn, Strauß & Co. bei Euch nicht bekannt ist. Bei uns wohl, da gibts die "Tage Alter Musik" in Herne und vieles andere mehr, da muß man nur richtig hinhören. Aber bitte beklagen Sie sich nicht, dass Sie wegen unvollständiger Links suchen müssen. das muß ich auch, auch 1 Stunde wegen einer unklaren Angabe. Das hat wissenschaftliche Arbeit so an sich: viel Sinnlossuche nach der Stecknadel im Heuhaufen. Denn gebratene Tauben fallen nun mal nicht in den Mund.

Und wenn Sie die italienischen Quellen für den Siebenschritt in eine besondere kategorie verschieben, haben Sie wieder denselben Salat wie vorher. Zwei getrennte Stellen, die wieder keiner zusammenbringt. Das können Sie auch auf der genannten englischen Wikipedia-Seite über den italienischen Volkstanz haben: unter Istria steht der Settepassi, 1 Bildseite höher unter South Tyrol der Siebenschritt, und garantiert keiner weiß, dass die beiden zusammen gehören. Da steh ich nun, ich armer Tor, und bin so schlau als wie zuvor. Und meine Arbeit ist für die Katz... Lassen Sie den Settepassi bloß da stehen !!! Es wird mal Zeit, dass Volkstänzer auch mal über den eigenen Tellerrand gucken. Musik hält sich nicht an Bundesländer- oder Staatsgrenzen, in der Renaissance schon gar nicht.

PS. Das Pseudonym "Alpenfrauchen" ist ein "Wahlkampfmaskottchen" gewesen. Da wollte ein Herr Stoiber mal Bundeskanzler werden... Da habe ich mal ein paar Bilder von bayrischen und österreichischen Trachten runtergeladen, mit heißen Sprüchen kombiniert und das mittlere ruhrgebiet damit vollgekleistert. Schließlich hat Stoiber gegen Schröder nur mit 6000 Stimmen verloren, und die kriegen wir im Ruhrgebiet ganz schnell zusammen... Sonst bin ich Schalker. Gute Nacht Rolf Kirchberg


Hallo Rolf!
Nur ganz kurz, bei uns ist es auch schon spät.
Deine Anmerkungen gehören trotzdem nicht in den Spezial-Artikel über den Siebenschritt aus NÖ und Burgenland, oder in einen anderen Spezialartikel, sondern in den Hauptartikel Category:Siebenschritt, und dort mit Hinweisen auf wichtige Sonderformen oder eben auf gemeinsame Ursprünge aller dieser Sonderformen. Warum sollen die Deutschen bei ihren deutschen Siebenschrittformen diese Hinweise nicht finden? Wir haben ja jetzt schon 15 verschiedene Quellen, dazu ist ein Hauptartikel ja da, die alle zusammenzubringen. Und es werden noch viel mehr werden. Beispielsweise gehört der Pnzgauer Siebenschritt ja auch separat angeführt. Und die einzelnen Seiten sollen nicht gar zu groß werden, da hat das Wiki eine Grenze eingebaut.
Und sonst - bitte keine Seitenhiebe auf Österreichische Volkstänzer, ich bin überzeugt, dass der übliche Volkstänzer aus dem Ruhrgebiet mindestens genau so wenig über diese Zusammenhänge weiß. Arbeiten wir doch lieber gemeinsam an einem Werk, ohne über den anderen zu lästern. --FFuchs 22:20, 9 November 2009 (UTC)

Hallo nach Wien ! Trari trara, der Kirchberg ist schon wieder da... und er hat über die ganze Sache geschlafen und neue gaedanken ausgebrütet. Und die gehen wieder nach Norditalien ins 16.Jahrhundert... Denn dort und nur dort gibt es einen Konkurrenten für den settepassi, nämlich den weitaus bedeutenderen Cinque passi, auch französisch Cinque pas, englisch Sinkapas (verhunzt), aber viel besser bekannt als Gagliarda/Galliarde/Galliard etc. Unter diesen Namen steht er auch in den Lexika, und die allermeisten Kompositionen tragen diesen Namen. ein "Sept pas" ist in der frz. Renaissance unbekannt, wenn die Melodie nicht einen ganz anderen Namen hat (was nicht auszuschließen ist). Ein "Les Sept Pas de Munster" aus dem Elsaß ist ein ganz anderer Tanz und hätte in Ihrer Kategorie nichts zu suchen, ebenso ist eine sizilianische "Tarantella Settepassi" ohne jede Ähnlichkeit. Es gibt aber noch ein anderes Indiz für ein sehr hohes Alter: bei YouTube gibt es ein Video über das Zoologische Museum in Rom (Titel:VideoIstLuce.wmv). Darin tritt ein Mitarbeiter oder Wissenschaftler namens Francesco Settepassi auf. Es ist durchaus möglich, dass ein ferner Vorfahre (aus Venedig???) vor langer Zeit sich diesen Spitznamen eingefangen hat, zum Beispiel weil er so tanzfreudig war, der dann zum festen familiennamen geworden ist. Das muß aber schon verdammt lange her sein, 400 oder 500 Jahre oder noch viel mehr..In Venedig gab es feste Familiennamen seit über 1200 Jahren (ALLE Dogen seit 696 haben sie !!!), daher ist auch unsere Sitte der Familiennamen überhaupt erst gekommen. Das riecht verdächtig nicht nur nach 16.Jahrhundert, sondern nach hohem Mittelalter... Ich suche weiter Tschüß aus GE Rolf Kirchberg

Hallo Rolf!
Es ist großartig, was du für Gedanken hast, und was du damit alles herausfindest. Alle Achtung.
Allerdings finde ich es doch etwas weit her geholt, wenn ein heutiger Familienname Settepassi als Beweis für das Alter des Siebenschritt angeführt wird. Möglich wäre es natürlich, es sind aber genauso hundert andere Möglichkeiten denkbar. Und dass ein Name allein nichts aussagt, hast du selbst direkt vorher bewiesen. Bei uns gibt es auch den Siebensprung und den Dreischritt, die beide mit dem Siebenschritt nicht das Geringste zu tun haben. Und dass der Siebenschritt "sehr alt" ist, da sind wir uns sowieso einig.
Noch einmal zu den unvollständigen Links - Ich suche genug, wenn es nötig ist. Es ist aber auch für dich einfacher, einfach den Link zu kopieren, als eine Überschrift abzutippen und dabei möglicherweise Tippfehler zu machen. Und ich werde ohnedies frühestens in Jahren fertig mit allem, was ich mir vorgenommen hab.
Liebe Grüße, --FFuchs 16:10, 10 November 2009 (UTC)


Was geschah 1569 in Venedig ?

FORSICHT - WIRD FORTGESETZT !!!!!!!!!!!!!!!!!

Bergamaska

Azzaiolo 1 (Sprockhövel) bis 0:18

Die Folkgruppe Liedstöckel aus dem Saarland singt und spielt das Musikstück Bergamasca. Eröffnung der Ausstellung "BIONIX Skulpturen aus Werkzeugen und Altmetall". Gastgeber: IG-Metall Bildungszentrum Spröckhövel.

Azzaiolo 2 (Piva Emiliana)Piva emiliana in ciliegio, campane chiuse in padauk. sacca in pelle, ance sintetiche.

Piva emiliana (north italian bagpipe) in G, cherry wood, padauk closed bells, leather bag and syntethic reeds

Zanetti Anonymous - La Bergamasca

Ars Antigua, directed by Jerry Fuller, formed a 5 part renaissance string band for this performance of Elizabethan and Jacobean music, and includes one violin, two alto violas, a tenor viola and continuo. ArsAntiguaPresents.com, directed by Jerry Fuller, is a series free video web cast programs of music from the Renaissance, Baroque, and Classical eras performed on period instruments. Video production by Phillip W. Serna for ArsAntiguaPresents.com. Copyright 2009 Jerry Fuller.

J.van den Hove

Joachim van den HOVE (1567? - 1620) "BERGAMASCA"

Siegfried Andreae - Vihuela

Joachim van den Hove was a popular flemish lutist, composer, arrangeur and lute teacher (e.g. of the Princes of Oranien).

About the Bergamasca and it´s importance for (nearly) all later music, plese read the infos for our Uccellini video.

This is a typical example, however a very short one. such, i added the first couplet (only strumming the chords C-F-G-C) and the last couplet (found by Adalbert Quadt as a fragment about 40 years ago, but it´s a pretty fitting, slighly more virtuoso finale).

The pictures show the variablity of Coryphantha vivipara (Cactaceae) from south Canada. All plants were grown from seed and in a not heated glasshouse in Berlin/Germany. Not low temperatures (to - 40 °C at their habitats) can kill this species, but excessive moisture and temperatures at about zero.

To get high quality seeds of Cacti or Lithops, please vistit the ebay account of "siegfriedandreae" (or google for "Berlin-Bohnsdorf Lithops") or write a priv. message ;-))) .

Thysius

Anonymus Bergamasca (printed Passamezzo) from the dutch ms. Thysius, circa 1600.

Uccellini mit Kommentar !!!

Marco Uccellini (ca. 1603-1680) The famous "Aria quinta sopra la Bergamasca" (Libro terzo, Venetia 1642) in a version for two continuo instruments in C-major (original in D-major, for 2 violins and basso continuo) realized on a baroque cello (viol. 1 and / or 2) and a small theorbo in d (viol. 1 or 2, the basso ostinato and some continuo chords). As it it a lot of work for only two people, other musicians are kindly invited to join us, creating a more soundful version for this improvisation project.

Live recital of the Duo Continuo, Heilig-Geist-Kirche Teupitz/Germany, 2008/july/26th.

THANK YOU for all HELPFUL ratings and critiques, considering, a bloody beginner with only few lessons on the theorbo presumes to mess with this masterpiece ;-))) , this is our first experiment with a camrecorder, sorry for the insufficient technical quality (and for one rough cat tune of the cello ;-)) , just an unpolished live recording.

Theorbo in d (R. Lechner 2007, corpus after Burkholtzer, metalfree strings of nylgut), Baroque Cello (Chr. Eulenhaupt 2005, after Stradivari 1730, gut strings)

The Bergamasca from Italy (besides others, e.g. the Folia from Spain) was one of the greatest hits of the pop music (Popmusik) of the 16./17. cent. the scheme of chords of the Bergamasca is the basic prinziple of the candenza through the baroque and the classic/romantic periodes also to the serious and pop music of our days. with simple words: Bergamasca (C-major) develops on the bass line: ||: CC | FF | GG | CC :|| In the short intro of the theorbo you should easily recognize the bass line and can follow, sing or play along the whole piece.

Uccellini schöne Version

Marco Uccellini (1603 or 1610 - 1680).

Aria sopra la bergamasca.

Il Giardino Armonico.

Giovanni Antonini: Flauto. Petr Zejfart: Flauto. Jean Tubéry: Flauto e cornetto. Gehrard David: Flauto e cornetto. Enrico Onofri: Violino. Marco Bianchi: Violino. Stefano Barneschi: Viola. Vittorio Ghielmi: Viola da gamba. Paolo Beschi: Violoncello. Vanni Moretto: Contrabbasso di violino. Christina Pluhar: Arpa tripla. Ottavio Dantone: Clavicembalo.

Dir. Giovanni Antonini.

Ps: Thanks to passacaglia57 for giving the name of the musicians.

Marco Uccellini was a strikingly innovative Italian Baroque violinist and composer, known for the introduction of the scordatura technique.

Uccellini's life is poorly known. Born at Forlimpopoli, Forlì, he studied in the Assisi seminary. He became musical director (Capo degl instrumentisti) of the Este court in Modena from 1641 to 1662, and was the musical director (maestro di cappella) of the Modena cathedral from 1647 to 1665. Afterwards he served as maestro di cappella at the Farnese court in Parma until his death. At the Farnese court, he composed operas and ballets, but none of this music survives; thus, he is mainly known today for his instrumental music.

Riepe Riepe Garste

Angel Zamora, Riepe Riepe Garste, Netherlands, Dancilla-Video, Cursollo de Antequera, Màlaga 2003

Holland 2 (Melbourne) ab 1:06, Dutch folk dance from Melbourne
Johann Sebastian Bach, 1 bis 1:49, Johann Sebastian Bach (1685-1750)

Goldberg Variations BWV 988 Variatio 30. Quodlibet. a 1 Clav. This quodlibet is based on multiple German folk songs,[10] two of which are Ich bin solang nicht bei dir g'west, ruck her, ruck her ("I have so long been away from you, come closer, come closer") and Kraut und Rüben haben mich vertrieben, hätt mein' Mutter Fleisch gekocht, wär ich länger blieben ("Cabbage and turnips have driven me away, had my mother cooked meat, I'd have opted to stay"). The others have been forgotten.[11] Bach's biographer Forkel explains the Quodlibet by invoking a custom observed at Bach family reunions (Bach's relatives were almost all musicians):

"As soon as they were assembled a chorale was first struck up. From this devout beginning they proceeded to jokes which were frequently in strong contrast. That is, they then sang popular songs partly of comic and also partly of indecent content, all mixed together on the spur of the moment. ... This kind of improvised harmonizing they called a Quodlibet, and not only could laugh over it quite whole-heartedly themselves, but also aroused just as hearty and irresistible laughter in all who heard them."

Forkel's anecdote (which is likely to be true, given that he was able to interview Bach's sons), suggests fairly clearly that Bach meant the Quodlibet to be a joke.

Aria da Capo A note for note repeat of the aria at the beginning. Williams writes that the work's "elusive beauty ... is reinforced by this return to the Aria. ... no such return can have a neutral Affekt. Its melody is made to stand out by what has gone on in the last five variations, and it is likely to appear wistful or nostalgic or subdued or resigned or sad, heard on its repeat as something coming to an end, the same notes but now final."

Wolfgang Glüxam, Willem Kroesbergen after flemish cembalo (Werckmeister III, a'=415 Hz)

Girolamo Frescobaldi (1583-1643)

Fiori Musicali (Venezia, 1635) [Musical Flowers (Venice, 1635)] Bergamasca

Sergio Vartolo all'organo Malamini di San Petronio in Bologna [Sergio Vartolo at the Malamini organ of Basilica di San Petronio, Bologna] Temperamento mesotonico [Mean-Tone Temperament] Corista: la3=470 hz. Fiori Musicali (Venezia, 1635) [Musical Flowers (Venice, 1635)] Bergamasca

Sergio Vartolo all'organo Malamini di San Petronio in Bologna [Sergio Vartolo at the Malamini organ of Basilica di San Petronio, Bologna] Temperamento mesotonico [Mean-Tone Temperament] Corista: la3=470 hz.

Reggio Emilia

Foggy Kilts, Schottische

Grün, grün, grün sind alle meine Kleider

In einem Kaufhaus entdeckte ich ein Liederbuch, in dem dieses deutsche "Volkslied" dem 17.Jahrhundert zugerechnet wird. Wer mal auf den Rhythmus hört, dürfte den Grund sehr schnell erraten...

Ein weiterer Kandidat kam mir mitten bei der Recherche letzten Samstag (13.Nov.2009) unter: Beim "Zappen" im Internet-TV stieß ich auf die Schlußphase des unter Volkstänzern nicht gerade beliebten "Musikantenstadls" aus Passau. Dort gewann in einem Nachwuchswettbewerb ein bayrischer Jugendlicher mit einer Interpretation des Kinderliedes "Bibi-Henderl". Der Rhythmus dieses Liedes entspricht exakt den ersten 4 Takten der Bergamasca. Leider wurde bei der Google-Nachsuche nicht klar, ob das Lied ein Hit des japanischen "Meisterjodlers" Takeo Ishi aus den 1960er Jahren oder tatsächlich ein altes Original ist.

Das Problem besteht hier aber in der Methode. Erinnerungen an eine Oma, die das Lied am Kinderbett vorgesungen hat, oder von alten Mitgliedern der deutschen, österreichischen oder anderer Armeen aus dem 1.Weltkrieg fallen hier völlig aus. So identifizert man Modetänze der letzten Jahrhundertwende, aber der Fall Bergamasca/Siebenschritt ist von anderem Kaliber. Oder erinnert sich die Oma an den 30jährigen Krieg ??? Hier haben wir es bei allen Beteiligten mit Jahreszahlen zwischen 1590 und 1650 zu tun, an die sich garantiert niemand mehr erinnert und die (mit Ausnahme von England) im Volkstanzbetrieb nicht aufgetaucht sind. Das jüngste Beispiel von J.S.Bach von 1741 ist bereits ein Ausreißer. Immerhin kann man mit der MGG-Liste die Dauer der Bekanntheit erfassen, die nach 1700 merklich abnimmt. Nur durch Verwandtschaft mit der Bergamasca kann ihnen auf die Schliche kommen, und da sieht es tatsächlich aus, dass hier geradezu im Baukastensystem komponiert worden ist: eine neue Tonfolge als Melodie wird mit dem Rhythmusmodell der Bergamasca kombiniert. Das ist aber zeitlich nur möglich, wenn Azzaiolos Original noch greifbar war, also weit vor 1700 !!!

Die Leute von Liedstöckel und der italienische Pfeifer haben aber sicher keine Jahrhunderte alte Tradition hinter sich, sondern benutzen von Musikwissenschaftlern herausgegebene moderne Ausgaben, in Form von Liederbüchern oder Sammlungen alter Musik.

Brasilien 1 (Blumenau)

Blumenauer Volkstanzgrupe Jubiläumsprogramm 1984 - 2009, Siebenschritt

Brasilien 2 (Latin)

Concurço Xóte 7 Passos.wmv , Os Imigrantes - Xóte 7 Passos

Das darf doch wohl nicht wahr sein - auch Du mein Sohn Brutus... Und diesmal dürfte die ArGe Baden-Württemberg nicht ahnen, was sich hinter einem braven Schwarzwaldtänzchen namens Manchester (aus dem Prechtal) für ein musikalisches Dokument verbirgt. Sonst ist bei den Fassungen von Lott ist tot, Krebspolka & Co. in schöner Regelmäßigkeit der Anfang zu vier halben Noten verstellt, nur hier ist das Original offenbar erhalten und liefert das fehlende Zwischgenglied. Kein Wunder, dass niemand auf die wahre Herkunft gekommen ist.

Und wie bin ich eigentlich auf die Bergamasva gekommen. Überhaupt nicht !!! Sie ist mir frei Haus und WDR sei Dank durch die Luft auf die Fernsehmattscheibe geflogen, als es noch im WDR-Regionalfernsehen zwischen 18 und 20 Uhr vor langer Zeit ein Magazin "die drehscheibe" gab. Da ist mal jemand mit der Laute aufgetreten und hat das Stück gespielt - und bei mir wohl ebenso einen Ohrwurm gesetzt wie Filippo Azzaiolo 400 Jahre vorher in Venedig. Es ist erstaunlich - erst hatte ich die Mutter, dann einer nach dem anderen ihre Kinder. Als nächstes fiel mir in einem amerikanischen Tanzbuch (aus der ehemaligen Britisch-Amerikanischen Bibliothek im Hintereingang des Hotels Handelshof in Essen) ein Stück auf, das man mit gutem Gewissen für die Urfassung (wieder nur !) des 1.Teils halten muß, Baujahr 1652. Leider weiß ich bis heute nicht den Originaltitel, und deshalb ist die ganze Sache noch nicht abgesichert. Und dann kam die Folge vom ZDF-Sonntagskonzert, in der mir lange vor dem Lehrvideo der Manchester vorgetanzt wurde, und bei mir war Alarmstufe Eins...

In Belgien heißt der Tanz übrigens "Passepied de Stavelot". Stavelot liegt in den Ardennen, etwa 50 km südwestlich von Aachen, und hat eine schöne Altstadt. Und mit dem Passepied kriegt man im Namen gleich das 17.Jahrhundert mitgeliefert. Quelle: Single "Wallonische Tänze", CALIG-Verlag


Die ersten 1:15 sind hier außer Konkurrenz, denn der Lüsener Deutsche hat mit dieser Sache nun wirklich nichts zu tun und ist nur Beifang bzw. Ballast. Dann wirds wirklich interessant, auch wenn das die Buam und Madln von der Volkstanzgruppe St. Michael aus Eppan (und der Rest der Krebspolka-tanzenden Welt) nicht ahnen. Nur drei Noten aus dem 1.Teil genommen, schon ist das Bergamasca-Schema hinüber. Und wenn die Schwarzwald-Version von vorhin nicht wäre, hätten wir so unsere Schwierigkeiten.

Das Video stammt aus einer Sendung von RAI Bozen und dem ZDF aus den 1980er Jahren, die ich selber in Erinnerung habe. Hier hat ein australischer (richtig: Australia, not Austria !) Fan offenbar die ganze Sendung aufgezeichnet und in einem Dutzend Bruchstücken bei YouTube eingestellt. Erstaunlicherweise stoße ich bei der Suche nach alpenländischer Musik und Tanz einschließlich "Musikantenstadl" reihenweise auf User in den Niederlanden, England oder englisch-sprachigen Ländern, die offenbar ganz besonders auf sowas abfahren. Damals gab es auch noch die direkte Zugverbindung Eppan - London, sogar wahlweise über Hoek van Holland oder Oostende an einem Zug. Da konnte man ohne Umsteigen bis zur Kanalfähre mal kurz in die British Library und sich das Buch mit der mutmaßlichen Urfassung raussuchen lassen... Jetzt muß man den Billigflieger ab Bergamo (!) nehmen und landet 50 km außerhalb in Luton. Und abends gehts ins Cecil Sharp House in die Zentrale der englischen Volkstanzgesellschaft, jeden Abend tanzen bis zum Abwinken. Die flauschigen Dirndlkleidchen können sie gleich mitnehmen, die gehen da sauber als 18.Jahrhundert durch; die Tänze sind dann aus "meiner" Zeit, zwischen 1550 und 1750, passend zum Kleid... Modebewußte Alpenfrauchen wissen schon, was man hat. Guten Abend !




1.Antwort

Hallo Rolf! Danke für die vielen hier zusammengetragenen Beispiele. Ich hab mir erlaubt, überall den Kommentar anzufügen, der bei den eingebetteten Stücken ja nicht sichtbar ist.
Du meinst also, alle diese Tänze haben den gleichen Ursprung, da sie von der Melodie ähnlich oder sogar identisch sind, einen ähnlichen oder sogar gleichen Rhythmus haben und auch von den Tanzfiguren teilweise große Ähnlichkeit da ist - und dieser Ursprung liegt in Italien, da es dort die ältesten Nachweise zumindest für Melodie und Rhythmus gibt.--FFuchs 17:10, 16 November 2009 (UTC)


2. Antwort

Danke dafür, dass Du Dir schon mal den Entwurf meiner Abhandlung durchgeguckt hast. Offenbar ahnst Du, was hier gespielt wird. Leider hast Du vorgegriffen und die Kommentare aus den Videos eingefügt. Dabei war ich gerade erst am Anfang und habe nur von einem die Beschreibung ausformuliert. Den Rest lasse ich die Woche folgen, und da steht mehr drin als nur in den Kommentaren bei YouTube. Dafür schmeiße ich aber alle Kommentare aus den Videos wieder raus; Kakteen im Botanischen Garten zu Berlin haben ja wohl beim Volkstanz nichts zu suchen. Und wenn man auf die Titelzeile lange genug klickt, öffnet sich das Video im eigenen Fenster von YouTube, und abrakadabra, der Kommentar ist wieder da...

Ich bin tatsächlich der Meinung, dass ich hier einen der großen Hits der Renaissance erwischt habe, und der Ursprung liegt tatsächlich in Italien, d.h. Venedig, denn der Komponist ist trotz anderslautender Meinung bekannt. Alle diese Melodien sind tatsächlich in irgendeiner Weise voneinander abhängig, entweder als direkte Variation des Originals oder als Parodie. Wenn Du das nicht glaubst oder glauben willst - dasselbe Spielchen ist 300 Jahre später nochmal passiert, nämlich mit der Kreuzpolka. Ein Schlager von 1883 war die Vorlage für alle weiteren Melodien, ob ähnlich oder nicht. Jetzt haben wir einen von 1569, und in fast 450 Jahren passiert ein bißchen mehr als in 125...

Mit den Tanzfiguren scheint das aber eine ganz andere Sache zu sein. Aber warte bitte erstmal ab, bis ich alles zusammen habe, dann klärt sich vieles und tut sich noch einiges. Und wenn Du nicht warten kannst, dann informiere dich bitte in den einschlägigen Musiklexika (Riemann, Grove, MGG)nach der Bergamasca, denn die Musikwissenschaft war beileibe nicht deppert, und die Bergamasca ist lange aktenkundig.

Der Britannia-Express Meran - Hoek van Holland und seine Einstellung Sommer 1989 ganz zum Schluß gehört zwar theoretisch auch nicht rein. Aber ich brauchte ihn als gedankliche Verbindung von Südtirol nach London, und das in der Geschichte der Melodie wieder eine Rolle spielt. Und nebenher konnte ich noch einen ironischen Seitenblick einbauen, denn es ist mir aufgefallen, dass sehr viele Videos zu "echter" alpenländischer Volksmusik und Volkstanz und fast alle zum "Musikantenstadl" gerade in den Niederlanden und in englischsprachigen Ländern (Großbritannien, Canada, Australiebn, USA) eingestellt sind, und NICHT etwa in Norddeutschland. Offenbar gibt es dort ganz besonders hartnäckige Tirol-Fans, die auf solche Musik besonders abfahren. Vielleicht, weil es gerade dort eine extra lange Popmusiktradition gibt ? Und ein bißchen pflaumen darf man doch wohl auch, nicht ? Tschüß / Servus / Ciao

--Alpenfrauchen 20:53, 18.Nov.2009