Einfacher Dreher

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Mundartlich Oanlatza Drahra genannt, Masolka aus dem Tiroler Unterinntal.

Ausgangsstellung

Im Stirnkreis gegeneinander, Tänzer rechts (= linke Schulter an linker Schulter) mit Blick nach außen. Die seitwärts gestreckten Linken ergreifen hinter dem Rücken des Partners dessen nach hinten gebeugte Rechte.

Schritte

Kurze Gehschritte, je Viertel 1 Schritt.

Eingang

Takt 1-8: Umeinandertanzen gegen den Uhrzeigersinn (Paardrehung). Es ist zu achten, dass am Ende der Tänzer wieder nach außen blickt.

Dreher

Takt 1-2: Die rechte Hand des Tänzers lässt los, gleichzeitig gibt er ihr mit seiner Linken einen Drehimpuls. Die Tänzerin dreht sich unter seiner erhobenen Linken einundeinhalb Mal rechts / im Uhrzeigersinn am Ort. Der Tänzer geht gleichzeitig einen Halbkreis links / gegen den Uhrzeigersinn um die Tänzerin, so dass er nach den 6 Schritten zur Kreismitte blickt. Seine freie Rechte beugt er nach hinten in das Kreuz.

Takt 3-4: Die Tänzerin fasst mit ihrer Linken hinter dem Rücken des Tänzers dessen Rechte, gibt ihm einen Drehimpuls und lässt gleichzeitig seine Linke los. Der Tänzer dreht sich unter ihrer erhobenen Rechten einundeinhalb Mal rechts / im Uhrzeigersinn am Ort. Die Tänzerin geht gleichzeitig im Halbkreis links / gegen Uhrzeigersinn um den Tänzer, so dass sie nach den 6 Schritten zur Kreismitte blickt. Ihre freie Rechte beugt sie nach hinten in das Kreuz, damit der Tänzer dann mit seiner freien Linken fassen kann.

Die Bewegungen des Drehers (Takt 1-4) werden auf jede weiteren 4 Takte wiederholt.

Zum Tanz

Dieser Tanz, aufgezeichnet von Karl Horak 1933 und 1934 im Nordtiroler Unterland im Bereich Brixlegg und St. Ulrich am Pillersee, ist offensichtlich eine Restform solcher Armfigurentänze, wie sie etwa aus dem Salzburgischen als Wickler und aus dem Tirolischen als Masolka beschrieben sind. Nach Karl Horak steht er zwar entwicklungsgeschichtlich mit jener „Mazurkawelle“ im Zusammenhang, die im vorigen Jahrhundert den Volkstanz vieler Völker beeinflusste, stellt aber in unserer Form sowohl der Bewegung als auch der Melodie nach einen typisch alpenländischen Tanz der „Ländlergruppe“ dar. Der Dialektname „Oanlatza Drahra“ ist darauf zurückzuführen, dass es in der Gegend eben auch einen „Doubla Drahra“, einen Doppelten Dreher gab. (Herbert Lager, 1969)

Quelle

Noten

CD

MP3

Grundtanz

Der Tanz gehört zu den erweiterten Österreichischen Grundtänzen.

Video

Siehe auch

In anderen Sprachen