Eiswalzer

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Überliefert in Abtenau (1940), Sierning bei Steyr, Rain bei Saalfelden (1939)

Ausgangsstellung

Paartanz, offene Rundtanzfassung, rechter Arm des Tänzers ist rückwärts um die Mitte der Tänzerin gelegt, ihre Linke ruht auf seiner rechten Schulter; die äußeren Hände sind bei gestreckten Armen vorne, etwa in Brusthöhe gefasst.

Tanzbeschreibung

Takt 1-4: Mit jedem Takt einen Schritt vorwärts, wobei mit den äußeren Füßen begonnen wird; mit dem vierten Schritt jedoch eine halbe Drehung über innen (dabei lösen sich die inneren Hände und die Arme gelangen zur Hangstellung).

Takt 5-8: Nach hinten austretend vier Schritte in Tanzrichtung; die nun inneren Arme - bei ständig gefasst bleibenden Händen - begleiten diese vier Schritte schwunghaft, doch nur ganz zart, indem sie zuerst gegen die Tanzrichtung vor-, dann zurück-, wieder vor- und wieder zurückgeführt werden. Mit dem vierten Schritt und Schwung wird eine halbe Drehung zueinander vollführt.

Takt 9-16: Acht Walzerschritte hindurch Rechtswalzer.

Zur Ausführung

Die acht Schritte im Vorwärts- und Rückwärtsgang werden durch federndes Nachgeben im Kniegelenk weich und schwingend. Sie wirken zart und behutsam. Die schwunghafte Führung der Arme hat mit unverkürzt hängenden Armen zu geschehen, also ohne Beuge im Ellbogengelenk. Der Abstand zwischen Tänzer und Tänzerin darf dabei nicht zu groß sein, da sonst die Arme zwangsläufig zu hoch angehoben sein würden.

Zum Tanz

Frau Prof. Ilka Peter, die diesen Tanz aufzeichnete, schreibt darüber:" Diese Tanzform wurde mir im Jahre 1939 von der 1872 geborenen Anna Aberger aus Rain bei Saalfelden mitgeteilt, die in ihrer Jugend mehrere Jahre in Sierning bei Steyr gelebt und den Tanz dort häufig getanzt hat. Außer der allgemein gehaltenen Bezeichnung "Walzer" war ihr aber kein spezieller Name bekannt.

Die gleiche Tanzform habe ich dann auch in Abtenau (salzburgischer Tennengau) gefunden, wo sie Johann Fischhofer, von Beruf Schuhmacher, im Jahre 1940 mit mir tanzte und als "Eiswalzer bezeichnete. Die Tanzweise übermittelte mir Rupert Fischhofer, Maurer und Spielmann, der annimmt, dass der Name "Eiswalzer" von einem Musikstück herrührt, das man eine Zeit lang zu dieser Tanzausführung zu spielen pflegte.:

Gleich seinem Verwandten, dem aus Vorarlberg stammenden "Offenen Walzer", zeigt er, wie weit verbreitete das durch Schritte und Armschwingen unterbrochene Walzertanzen war. Ein Beispiel wohl auch dafür, wie lebhaft noch im 19.Jahrhundert - weiter dürfte die Entstehung des Eiswalzers nicht zurückliegen - Gesellschaftstänze wie der Walzer im Wirkungsbereich des Volkstanzes umgeformt und ausgestaltet worden sind.

1954 wurde der Eiswalzer in Wien der tanzenden Jugend bei einem Volkstanzfest vorgeführt und verbreitete sich kurz darauf, als zeitgemäß und allgemein giltig empfunden, in Windeseile in der österreichischen Volkstanzbewegung. (Herbert Lager, 1969)

Herbert Lagers Annahme gilt nicht nur für den Volkstanz. Auch im Gesellschaftstanz "Wiener Walzer" wird eine sehr vergleichbare Schwingfigur "Offener Walzer" gelehrt, die aus dem "amerikanischen Stil" stammt. (Franz Fuchs)

Quelle

Noten

CD

Grundtanz

Der Tanz gehört zu den erweiterten Österreichischen Grundtänzen.

Videos

Tanzkurs der Garde Bad Ischl 2.11.2007

Tanzmeister: Fritz Schodterer, Wolfgang Wallner

Harmonikaspieler: Fritz Hillbrand vulgo Toifl-Fritz (Goiserer Viergesang)

Private Aufnahme Andreas Podlaha und Barbara Konrad

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