Mühlradl

Aus Dancilla Wiki
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Dieser Tanz in dieser Form ist aus dem Oberland in den Bayrischen Wald gekommen. Ursprünglich wurde er als Burschentanz und zwar nur mit den Figuren I, V und VI getanzt (Erna Schützenberger).

1935 und 1942 bei der Familie Kraißer-Ledererbauer in Niederndorf bei Kufstein (Tirol) aufgezeichnet (Karl Horak).

Ausgangsstellung

Sechs oder acht Paar in Tanzrichtung, mit Führungsfassung.

Tanzweise

Marsch oder eigene Melodie. Mit Ausnahme von Figur IX und Figur X mit je 16 Takten umfasst jede Figur 8 Takte. Die Musik spielt den Tanz stets von vorn.

Der Vortänzer zeigt jeden Figurenwechsel durch Stampfen an. Das Klappern des Mühlrades wird dadurch nachgeahmt, dass die Tänzer in jedem Takt abwechselnd mit Sohle und Ferse des rechten bzw. des linken Fußes je zweimal auf den Boden klopfen. Der Figurenwechsel muss rasch und sehr genau erfolgen. Das Klappern darf nie unterbrochen werden.

Figur I

Bei Beginn der Musik ziehen die Paare auf zum Kreis. Der Vortänzer zeigt durch Aufstampfen an, wann das Klappern beginnen soll.

Figur II

Der Tänzer schwenkt die Tänzerin in den Kreis, beide Arme werden seitwärts gestreckt, Blick zueinander. Die Paare nehmen Fühlung mit den Fingern zu den Nachbarpaaren, der Kreis bewegt sich weiter nach links.

Figur III

Alle Tänzerinnen fassen sich unter Engerziehen ihres Kreises in Schulterhöhe und gehen weiter im Kreis nach links. Die Tänzer gehen mit Handfassung im Gegenzug nach rechts, bis sie wieder zum eigenen Partner kommen.

Figur IV

Die Paare legen die flachen rechten Hände in Schulterhöhe aufeinander, die Unterarme aneinander und gehen am Platz umeinander.

Figur V

Großer Kreis. Die Tänzer schauen nach innen, die Tänzerinnen nach außen. Der Kreis geht nach links. Handgelenkfassung.

Figur VI

Die Tänzer rutschen bei gestrecktem Oberkörper mit den Füßen zur Kreismitte, zum Liegehang, die Tänzerinnen halten sie an den Händen fest und gehen im Kreis nach links weiter. Das Klappern geschieht hier nur mit den Fersen, soll jedoch nicht unterbrochen werden.

Figur VII

Mit kräftigem Ruck ziehen die Tänzerinnen die Tänzer in die Höhe und der Kreis geht weiter nach links.

Figur VIII

Die Paare lösen sich, die rechten Hände bleiben gefasst, der Tänzer hebt den rechten Arm über den Kopf der Tänzerin und legt ihn auf ihre rechte Schulter. Seine linke Hand streckt sich zur Kreismitte, der Daumen wird in die Faust des Vordermannes gesteckt. Links im Kreis gehen. Diese "Speichen des Mühlrades" bleiben bis zur Figur XII bestehen.

Figur IX

Der Vortänzer lässt als erster seine Tänzerin los. Diese streckt ihre rechte Hand seitwärts. Die übrigen Tänzerinnen folgen der Reihe nach und jede fasst den Daumen der Vordertänzerin. So bildet sich ein zweites Zahnrad. Die beiden Zahnräder greifen ineinander, alle freien Hände nehmen Hüftstück, das Tänzer-Rad dreht links, das Tänzerinnen-Rad rechts (16 Takte).

Figur X

Der Vortänzer fasst als erster die linke Hand seiner Tänzerin mit seiner Rechten. Die Tänzerin dreht sich unter seinem erhobenen linken Arm rechts herum (Radeln). Das gleich machen der Reihe nach alle übrigen Tänzerinnen. Im Kreis links weitergehen (16 Takte).

Figur XI

Die Tänzerinnen hören der Reihe nach zum Radeln auf und reichen mit der rechten Hand zurück zum hinteren Tänzer und fassen seine rechte Hand. Alle Arme sind gestreckt. Der Kreis geht weiter links.

Figur XII

Jetzt erst lösen die Tänzer ihr Zahnrad, das sich in Figur VIII bildete, indem sie mit der linken Hand den Kreis teilen, so dass sich ein einziger großer Kreis bildet, der acht Takte nach links weitergeht. Dann lösen sich alle Paare und tanzen Zweischrittdreher am Platz. Beim vorletzten Takt drehen die Tänzer ihre Tänzerin aus und gehen zur Kniebeuge nieder. Auf ein Zeichen herheben sich die Tänzer und die Paare gehen ohne Klappern im Kreis herum und ab.

Quellen

CD

Noten

Videos

Krammerer Zeche im Brucknerhaus Linz, 2013

Volkstanzgruppe Ausservillgraten 2009

Pramtaler Volkstanzgruppe 2009

Tanzkurs in Linz 2011