Musik Schwarzerdner

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Hauptartikel Schwarzerdner

Herkunft der Tanzmelodie

Allem Anschein nach stammt die Melodie des Schwarzerdners aus dem England des 16. Jahrhunderts. Über die Herkunft der Tanzmelodie hat Alpenfrauchen eine Diskussion gestartet. Da diese Diskussion den Rahmen des Artikels sprengen würde, habe ich sie hierher übertragen.

Videos

Zur Zeit, d.h. Okt.2012, sind insgesamt fünf Videos mit diesem Tanz bei YouTube eingestellt; eins davon nur als reines Instrumental. Zwei davon benutzen die "klassische" langsame Version von der alten Kögler-EP 58616, die vor allem Senioren anspricht wie diese "deutsche" Gruppe aus Witmarsum / Brasilien.

Bitte keine Herabwürdigung von "Senioren". Der Tanz wird zumindest bei uns genauso gern von allen
Altersstufen getanzt in der Form, die sie für die überlieferte Form halten.

Es geht jedenfalls auch anders, wenn man eine Lifemusik hat wie bei diesen Donauschwaben. Die Tanzfigur hat im 1.Teil eine unbedeutende Veränderung, indem der große Kreis in Zweipaarkreise aufgelöst ist.

1. Ein Wolf im Schafspelz...

Was soll diese Formulierung? So etwas kann ich nicht akzeptieren. Dancilla soll Lexikon-Qualität haben.
Zwei Gründe: Erstens ist das eine Beleidigung für alle "Schafe", die dem "Wolf" auf den Leim gehen.
Zweitens stimmt das sprachlich nicht. Das Sprichwort bedeutet, das jemand "Böser" seine "bösen"
Absichten absichtlich hinter einem "braven" Mäntelchen verbirgt. Wer aber ist bei dieser
Melodieüberlieferung der "böse Wolf", also "böse"? Die Musikanten? Die einfach spielen, was ihnen gefällt,
ohne nach dem Urheberrecht zu fragen? Das Urheberrecht gab es aber damals gar nicht, der Begriff war
einfach noch nicht erfunden. --FFuchs 10:50, 6 November 2012 (UTC)

Bereits auf dem Cover der Tanz-EP 58616 vom Kögler-Verlag steht als letzter Satz nach der Tanzbeschreibung: Die Melodieist ein "Deutscher" aus der Steiermark um 1800". Diese Schallplatte ist aber sicher nicht die Originalpublikation des Tanzes, die weiterhin dringend gesucht ist. Der "Deutsche Tanz", auch "Allemande" genannt, war ein langsamer Vorläufer des Walzers; die langsame Version wäere demnach die richtigere.

Warum verlangst du eine Originalpublikation, wenn du sie im nächsten Absatz selbst gibst?--FFuchs 10:50, 6 November 2012 (UTC)

In der Sänger- und Musikantenzeitschrift 50/3, 2007, S.162-163 ist offensichtlich das Original abgedruckt, bezeichnet als "Deutscher aus der Knaffl-Handschrift von 1813". Es fehlen alle weiteren Hinweise zur Herkunft, insbesondere auch darauf, dass die Melodie seit Jahrzehnten im deutschen Volkstanzbetrieb als "Schwarzerdner" geläufig ist. Dafür ist der dritte Teil extra als Trio abgetrennt und hat sogar noch einen vierten Teil am Schluß, der beim Schwarzerdner ersatzlos fehlt.

Die historische Knaffl-Handschrift ist eine in Österreich eher bekannte Quelle von Volksmusik,
die in der Steiermark 1813 gespielt wurde.--FFuchs 10:50, 6 November 2012 (UTC)

Dieser "Deutsche" scheint einer der "harmlosen" Tänze aus dem steirischen Volksgut zu sein, wie sie zu Hunderten überliefert sind. Und niemand konnte sich vorstellen, dass die Melodie aus viel älteren Bestandteilen zusammengesetzt ist, die darüber hinaus noch Dubletten in halb Europa haben, Mindestens zwei, vielleicht sogar alle vier Teile stammen nicht nur aus England, dazu auch noch von den bedeutendsten Komponisten ihrer Zeit.

Danke, dass du da nachforscht, das ist für uns wichtig.--FFuchs 10:50, 6 November 2012 (UTC)

Im Nachhinein ist es gar nicht verwunderlich, dass gerade diese Melodien bis in die Steiermark gekommen sind. Viel mehr: An der Art und Weise der Veränderungen bekommt man nicht nur einen unmittelbaren Einblick in die Kompositionsweise steirischer Landlermusiker, sondern auch noch die Erklärung, wie die ganzen Tänze im 3/4-Takt gerade in den Alpen so beliebt sind !

Steirische Landlermusiker haben nicht unbedingt komponiert, sondern vor allem das gespielt,
das ihnen von irgendwo überliefert wurde, allerdings ohne nachzufragen, von wo es stammt.
Warum das eine Erklärung sein soll, dass 3/4-Takt hier beliebt ist, kann ich aber nicht
nachvollziehen.--FFuchs 10:50, 6 November 2012 (UTC)

2. Teil A: Henry Purcell (1659 - 1695), A New Irish Tune = Lilli burlero (Z.646), 1687

Bitte keine Links und vor allem noch die Beschreibung dazu in einen Titel. Das gehört in den
Fließtext und sollte auch dort etwas erklärt werden. ein Titel sollte in einem Lexikon kurz und
prägnant sein. Und was ist mit "2. Teil A" wirklich gemeint? Der 2. Teil? Oder der A-Teil?--FFuchs 10:50, 6 November 2012 (UTC)

3. Teil C: Zwei Takte William Byrd (1538/43 - 1623), La Volta, Fitzwilliam Virginal Book, Nr. [155], zwischen 1584 und 1619

Auch hier, bitte auch keine zweifachen Links samt unvollständiger Erklärung in den Titel. Ist hier
der 3. Teil oder der C-Teil gemeint oder ist das das selbe?--FFuchs 10:50, 6 November 2012 (UTC)

Leider nur ein grober Zusammenschnitt von einem Festival, und darum erscheinen die einzelnen Auftritte nur bruchstückhaft. Ab 6:51 bis 7:30 erscheint das Fragment mit der Tanzgruppe von Moravia Cantat / Stuttgart und dem Schwarzerdner. Der 1. Purcell-Teil fehlt komplett, dafür sind die mutmaßlichen Teile nach William Byrd umso schöner getanzt und gespielt. Aber bitte nachdenken: die Volta war der wildeste und schnellste Tanz der Renaissance, 400 Jahre später ist daraus geradezu ein Choral geworden !

Ist das schlecht, dass sich Melodien in der Überlieferung verändern?--FFuchs 10:50, 6 November 2012 (UTC)

Erstaunlicherweise hat "Moravia Cantat" auch ein Ensemble für Alte Musik. Ob ihnen der Name William Byrd schon mal untergekommen ist, oder das Stück selbst ? Man sollte sie ernsthaft mal fragen...

Wieder eine beleidigend wirkende, unterschwellige Beschuldigung, die nicht in ein Lexikon gehört.--FFuchs 10:50, 6 November 2012 (UTC)

Und das ist nun das Original zumindest der dritten Zeile des Schwarzerdners, garniert mit Portraits von William Byrd selbst und von Königin Elizabeth I. von England. Das entscheidende Stück kommt ganz am Ende, ab 1:00; hier in einer schnellen und kraftvollen Aufnahme mit Cembalo. Es gibt an die 20 Videos bei YouTube, die meisten Einspielungen auf zum Teil Jahrhunderte alten Cembalos. Und in allen Tempos, von 100m-Sprint bis Schleichen, und in allen Qualitäten. Hier passt das Tempo aber zu altenglischen Kontratänzen wie Lilliburlero und viele andere.

Und das Ganze noch einmal im Schwarzerdner-Tempo auf dem überschwemmten Markusplatz in Venedig, damit die Dublette ab 1:44 auch richtig auffällt.

Warum soll das "richtig" auffallen, weil der Markusplatz überschwemmt ist? Das eine hat mit dem anderen
nichts zu tun, ist daher keine Lexikon-Qualität.--FFuchs 10:50, 6 November 2012 (UTC) 

4. Vincenzo Galilei (1520 - 1591) ([1]) und die Frage nach der Nachweisgrenze

Wieder ein Titel mit mehreren Links und einer Frage, die niemand beantwortet, die nicht
einmal wirklich gestellt wird.--FFuchs 10:50, 6 November 2012 (UTC)

5. Literatur

  • William Byrd, Keybord Music: II. Transcribed and edited by Alan Brown. Musica Britannica XXVIII. London: Staines and Bell Ltd., 1971. Nr.91, S.162-163.
  • John M. Ward: Apropos The British Broadside Ballad and its Music, in: Journal of the American Musicological Society XX, 1967, S.41.