Tschikago

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Florutz im Fersental, Oberitalien

Ausgangsstellung

Paartanz, im Flankenkreis nebeneinander, Tänzer innen. Rückenkreuzfassung.

Tanzbeschreibung

Schreittanz

Takt 1: 3 Schritte vorgehen - Tänzer links-rechts-links, Tänzerin rechts-links-rechts.

Takt 2-4: 5 Tupftritte - Tänzer mit dem rechten Fuß abwechselnd schräg links vorn und schräg rechts vorn, zur 6. Zählzeit rechten Fuß beistellen; Tänzerin gegengleich.

Takt 5: 2 Schritte rückwärts gehen - Tänzer links-rechts, Tänzerin rechts-links.

Takt 6: Tänzer stellt den linken, Tänzerin den rechten Fuß bei. Dann Fassung lösen, die Tänzerin macht eine halbe Drehung links / gegen Uhrzeigersinn, so dass sie neben dem Tänzer stehend gegen Tanzrichtung blickt. Die aufwärtsgebeugten rechten Unterarme aneinander legen, die Hände fassen.

Rundtanz

Takt 7-10: Mit 4 Walzerschritten (Bayr/Wallner Landlerschritt) rechts / im Uhrzeigersinn umeinander tanzen. Am Ende kurze Verbeugung zueinander, dann halbe Drehung zueinander und wechseln zur gegengleichen Fassung.

W Takt 7-10: Mit 4 Walzerschritten links / gegen Uhrzeigersinn umeinandertanzen.

Takt 11-18: Gewöhnliche Fassung. Walzer-Rundtanz rechts / im Uhrzeigersinn.

Takt 19-26: Walzer-Rundtanz links / gegen Uhrzeigersinn.

Zum Tanz

Jörg Bayr und Norbert Wallner

Die Suche nach Arbeit führte die jungen Fersentaler früher häufig bis nach Australien oder Amerika; von dort brachten um die Jahrhundertwende heimkehrende Auswanderer angeblich diesen nach der amerikanischen Stadt benannten Tanz, der im ganzen Tal bekannt ist. Er wurde gewiß stark zurecht getanzt und gliedert sich in der heutigen Form schön in das alpenländische Tanzgut ein.

Karl Horak

1940 von Jakob Hofer aus Florutz im Fersental überliefert.

Der karge Ertrag der heimischen Scholle zwang viele junge Fersentaler zur Auswanderung, manche kamen bis Amerika. Von dort soll dieser Tanz mitgebracht worden sein. Auch wenn das stimmt, ist der Tschikago gewiss europäischer Abstammung. Die seltene Tanzform - mit mehreren Tupftritten hin und her - zeigt Ähnlichkeit mit der Topporzer Kreuzpolka aus der Zips, einer ehemaligen deutschen Sprachinsel am Fuß der Hohen Tatra. Auch bei anderen Völkern Südosteuropas kommt diese Fußbewegung vor.

Auffallend ist die rhythmisch eigenartige erste Melodie. Sie sollte mit vollen Akkorden auf jedes Viertel begleitet werden.

Quelle

CD

MP3

Noten

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