Zillertaler Hochzeitsmarsch

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Der Zillertaler Hochzeitsmarsch ist ein Pseudo-Volkstanz, der in Zeiten des Hypes rund um die Zillertaler Schürzenjäger entstand. Der Tanz gelangte weit über die Landesgrenzen hinaus zu Popularität und wird gern zu bestimmten Anlässen getanzt. Er hat aber nicht viel mit klassischen Volkstänzen gemeinsam. Auffallend ist, dass in einem Teil des Tanzes ein Tramplan, ein mehr oder weniger ausgestorbenes Schrittmuster vorkommt.

Ausgangsstellung

Es gibt zwei Varianten, diesen Tanz zu beginnen.

Klassische Variante: Die Paare stehen im Doppel-Flankenkreis in gewöhnlicher Rundtanzfassung, wobei die gestreckten Hände in Tanzrichtung zeigen. Sie beginnen den Tanz in Tanzrichtung.

Hype-Variante: Die Paare stehen sich in einer Gasse gegenüber, wobei dieser Tanz ab 5 Paaren getanzt werden kann. Es hat sich eingebürgert, dass sich entweder 5 oder 7 Paare gegenüber stehen. Bei 5 Paaren stehen auf der einen Seite der Gasse 3 und auf der Gegenüber-Seite der Gasse 2 Paare. Bei 7 Paaren stehen sich 4 und 3 Paare gegenüber. Hier ist zu beachten, dass die Gegenüberstellung versetzt ausgeführt wird, sodass beim folgenden Galoppieren die jeweiligen Paare beim Platzwechsel in die Lücke zwischen den gegenüberstehenden Paaren tanzen und umgekehrt.

Bei beiden Varianten nehmen die Paare gewöhnliche Rundtanzfassung ein. Der Tänzer fasst hierbei mit seiner linken Hand die gestreckte rechte Hand der Tänzerin.

Tanzbeschreibung

Figur 1 (Gasse oder Keis)

Die Paare tanzen entweder in Kreisrichtung (Klassische Variante) oder in versetzter Gegenüberstellung (Hype-Variante) mit Galoppschritten. In der Hype-Variante wechseln hierbei die Paare den Platz mit der gegenüberliegenden Lücke, also dem Raum neben oder zwischen den versetzt gegenüberstehenden Paaren. Hierbei werden 5 Galoppschritte ausgeführt, auf den 5. Schlag wird die Handhaltung gewechselt. Der Tänzer legt dabei seine linke Hand auf die rechte Schulter der Tänzerin und fasst mit seiner rechten Hand die nun gestreckte linke Hand der Tänzerin. Nun tanzen die Paare wieder 5 Galoppschritte zurück auf ihre ursprüngliche Position. Für eingefleischte Volkstänzer ist es mitunter schwer, sich in dieses Muster einzufügen, da es allen bekannten Bewegungsabläufen widerspricht.

Dieser galoppierte Platzwechsel wird insgesamt 5 Mal wiederholt. Auf den 5. Schlag der letzten Wiederholung bewegen sich alle Paare mit Galoppschritten in Tanzrichtung weiter, wobei die gestreckten Hände beibehalten werden und in Tanzrichtung zeigen.

Wird anstelle der Hype-Variante, die klassische Variante getanzt, galoppieren die Tanzpaare bereits von Beginn an in Tanzrichtung und wechseln nach dem ersten Satz die Richtung, wechseln ebenso die Handhaltung, sodass die gestreckten Hände gegen die Tanzrichtung zeigen. Nach dem nächsten Satz wechseln die Paare wieder in die Tanzrichtung, ebenso ihre Handhaltung. Ab diesem Punkt unterscheidet sich die Hype-Variante von der klassischen Variante nicht mehr.

Figur 2 (Kreis)

Die Paare tanzen in gewöhnlicher Rundtanzfassung in Tanzrichtung und führen hierbei auf jeden Takt einen Galoppschritt aus. Nach 16 Takten wird die Richtung und die Handfassung gewechselt. Die Paare bewegen sich nun 16 Takte gegen die Tanzrichtung im Kreis weiter. Es soll in der Gruppe darauf geachtet werden, dass die Paare nie stehen bleiben. Das bedeutet je nach gespielter Musik, dass die Paare weiter galoppieren, was je nachdem einen zusätzliche Galoppschritt bedeuten kann, um in den Kreis zu ziehen.

Figur 3 (Boarisch)

Nun werden Boarisch-Figuren getanzt. Im letzten Takt dreht der Tänzer über seine linke Schulter, gegen den Uhrzeiger, eine halbe Drehung in die Kreismitte, die Tänzerin dreht über ihre rechte Schulter, im Uhrzeigersinn, sodass beide im Doppel-Flankenkreis ankommen. Beide blicken in die Tanzrichtung.

Boarisch 1: Der Tänzer macht im ersten Takt einen Wechselschritt in die Tanzmitte, die Tänzerin nach außen, im zweiten Takt geht der Tänzer mit einem Wechselschritt wieder zürck auf seine vorherige Position, die Tänzerin tanzt ebenso den zweiten Wechselschritt zurück zur letzten Position. Das Paar fasst in geschlossene Rundtanzfassung und führt mit vier Dreherschritten zwei Drehungen um die eigene Paarachse im Uhrzeigersinn aus. Hierbei bewegen sich alle Paare auf der Kreisbahn etwas weiter in Tanzrichtung.

Boarisch 2: Gleich wie Figur 1, jedoch betonen die Tänzer ihre Wechselschritte.

Boarisch 3: Die Tänzer bewegen sich mit zwei Wechselschritten leicht in Tanzrichtung nach vor und drehen ihre Tänzerin vor sich. Der Tänzer fasst mit seiner linken Hand die rechte Hand der Tänzerin und hebt diese über ihren Kopf. Die Tänzerin macht, während der Tänzer den ersten Wechselschritt ausführt, mit einem Wechselschritt eine Drehung unter den gehobenen Händen im Uhrzeigersinn. Auf seinen zweiten Wechselschritt tanzt die Tänzerin ihren gedrehten Wechselschritt vor dem Tänzer gegen Uhrzeigersinn, unter den gehobenen Händen. Das Paar fasst wieder in geschlossene Rundtanzfassung und führt mit vier Drehschritten 2 komplette Drehungen um die eigene Paarachse im Uhrzeigersinn aus.

Boarisch 4: Tänzer mit Rücken zur Kreismitte, Blick nach außen, die Tänzerin blickt ihren Tänzer an, Gegenüberstellung. Nun paschen beide zuerst auf den Oberschenkel, dann in die eigenen Hände, wieder auf die Oberschenkel, nochmals in die eigenen Hände und dann drei Mal in die Hände des Partners. Das Paar fasst wieder geschlossene Rundtanzfassung und führt wieder mit vier Dreherschritten zwei komplette Drehungen um die eigene Paarachse im Uhrzeigersinn aus.

Den Paaren ist selbst überlassen, welche Figuren sie während des Boarisch-Teils tanzen möchten. In der Gruppe sollte es abgesprochen werden. Zudem sei angemerkt, es gibt dazu auch eine Wurf-Figur, bei der die Tänzerin über die Schulter des Tänzers gedreht wird.

Figur 4 (Kreis)

Gleich wie Figur 2. Die Paare tanzen in gewöhnlicher Rundtanzfassung wieder 16 Takte, ein Galoppschritt pro Takt in Tanzrichtung, danach Fassung wechseln und 16 Takte gegen Tanzrichtung.

Figur 5 (Tramplan)

Auf den letzten Takt des Kreises bewegen sich die Paare bereits in die Kreismitte, sodass auf den nächst folgenden Takt die Tänzer zur Mühle im Innenkreis zusammenfassen. Hierbei fasst jeder Tänzer mit seiner rechten Hand, den rechten Arm des vor ihm tanzenden Tänzers. Die linke Hand des Tänzers fasst die rechte Hand der Tänzerin und hebt diese. Die linken Hände der Tänzerin sind gehüftet. Auf jeden Takt sollte die Tänzerin eine komplette Umdrehungen um ihre eigene Achse im Uhrzeigersinn mit Dreherschritten schaffen. Diese Figur dauert 32 Takte lang.

Die Tänzer führen einen Tramplan gegen Tanzrichtung aus. Hierbei wird mit dem rechten Fuß auf jeden Schritt aufgestanpft, der linke Fuß wird dann beim nächsten Schritt nachgeführt, aber nie ganz zum rechten Fuß beigestellt. Der Tänzer führt also auf jeden Takt zwei Schritte aus.

Figur 6 (Polka-Franzee)

Die Paare fassen zur gewöhnlichen Rundtanzfassung und tanzen im Uhrzeigersinn um die Paarachse einen Polka-Franzee. Hierbei bewegen sich die Paare in Tanzrichtung weiter, 16 Takte.

Auf den letzten beiden Takten bewegen sich die Paare, wenn sie in Figur 1 die Hype-Variante getanzt haben, wieder auf ihre Plätze zur versetzten Gegenüberstellung. Bei der klassischen Variante bleiben die Paare im Kreis.

Figur 7 (Gasse oder Kreis)

Wie Figur 1, aber nur drei Wiederholungen. Danach sofort in den Kreis ziehen. Bei der klassischen Variante keinen Richtungswechsel ausführen.

Figur 8 (Kreis)

16 Takte in Tanzrichtung, pro Takt ein Galoppschritt. Kein Richtungswechsel. Nach 16 Takten folgt sofort Figur 9.

Figur 9 (Boarisch)

Wie Figur 3.

Figur 10 (Kreis )

Wie Figur 4, 32 Takte inkl. Richtungswechsel nach 16 Takten.

Figur 11 (Tramplan)

Wie Figur 5.

Figur 12 (Polka-Franzee)

Wie Figur 6.

Figur 13 (Gasse oder Kreis)

Wie Figur 7. (3Wh, kein Rw)

Figur 14 (Kreis)

Wie Figur 8. Jedoch auf den letzten drei bis vier Takten beginnen, den Kreis in Richtung Publikum zu öffenen. Tänzer dreht Tänzerin gegen Uhrzeigersinn aus, linke Hand des Tänzers fasst rechte Hand der Tänzerin. Der Tänzer kniet nun auf das linke Knie nieder. Die Tänzerin setzt sich auf den rechten Fuß des Tänzers. Endstellung.

Zur Ausführung

Der Tanz artet naturgemäß in eine offene und heitere Stimmung aus. Der vorher erwähnt Galoppschritt dürfte in der Urform ebenso als Tramplan ausgeführt worden sein.

Quelle

Tanzniederschrift auf Basis des Videos und des Seminars des Landestrachtenverbandes Steiermark auf der Brandlucken 2016.

Noten

Video

Zillertaler Hochzeitsmarsch getanzt am Tanzseminar des Trachtenverband Steiermark 2016, Brandlucken

Zillertaler Hochzeitsmarsch mit Erklärung 2016, Brandlucken

Zillertaler Schürzenjäger - Zillertaler Hochzeitsmarsch