Kategorie:Plattler: Unterschied zwischen den Versionen

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Hier ist eine alphabetische Übersicht von Schuhplattler-Tänzen.
 
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Näheres dazu gibt es auch auf [https://de.wikipedia.org/wiki/Schuhplattler Wikipedia].
  
 
== Historisches ==
 
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In einer Tanzbeschreibung der Ritterdichtung ''Ruodlieb'' um 1030 im Kloster Tegernsee glaubt man, eine Frühform eines Schuhplattlers zu finden. Erste eindeutige Beschreibungen gibt es ab dem Ende des 18. Jahrhunderts.
 
In einer Tanzbeschreibung der Ritterdichtung ''Ruodlieb'' um 1030 im Kloster Tegernsee glaubt man, eine Frühform eines Schuhplattlers zu finden. Erste eindeutige Beschreibungen gibt es ab dem Ende des 18. Jahrhunderts.
  
Der Oberpinzgauer Josef Panzl aus Matrei in Ostgtirol wurde 1809 als Freiheitskämpfer gefangen und zum Tod verurteilt. Durch einen meisterhaften Plattler, den der bei einem Fest des französischen General Bertrand vortanzte, errang er wieder die Freiheit.
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Der Oberpinzgauer Josef Panzl aus Matrei in Osttirol wurde 1809 als Freiheitskämpfer gefangen und zum Tod verurteilt. Durch einen meisterhaften Plattler, den der bei einem Fest des französischen General Bertrand vortanzte, errang er wieder die Freiheit.
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In den Statistischen Erhebungen Erzherzog Johanns finden sich verschiedentlich Belege für das Platteln in der Steiermark, so in Leoben 1812: ''"..alles schlägt dabei in die Hände, auf die Schenkel, und sogar auf die Waden, tritt mit den Füßen, pfeift und lärmt nach dem Tackte..."'' oder im  Kreis Bruck an der Mur 1840: ''"Die lustigen Burschen ... klatschen sich üfters dabey nach dem Takt in die Hände und ledernen Hosen..."''
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(Quelle: Richard Wolfram: Die Volkstanznachrichten in den Statistischen Erhebungen Erzherzog Johanns. In: Volk und Heimat. Festschrift für Viktor von Geramb. Graz-Salzburg-Wien 1949, Anhang, S. 295)
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Die Bezeichung ''Schuhplattler'' taucht um 1860 auf, eine Beschreibung aus 1859 spricht noch von einem ''gestrampften Gebirgsländler''. Im ''Brevier der Tanzkunst'' (Albert Czerwinski, 1879) ist der Schuhplattler beschrieben als Ländler für nur ein Paar, als Liebeswerbung in Gebärden.
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== Verbreitungsgebiet Bayern-Österreich ==
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Das ursprüngliche Verbreitungsgebiet ist nach [[Karl Horak]] relativ klein, im Westen bis zum Fernpass, im Süden bis zum Salten, Ritten, Dolomiten, in das Pustertal, im Osten  bis Greifenburg (Drautal), bzw. Goldegg (Salzachtal), im Norden bis zum Fuß der Alpen (Ruhpolding, Reit im Winkel, Miesbach, Bad Tölz, Garmisch-Partenkirchen.
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Die Entwicklung dieses freien Werbetanzes zu komplizierten und fixierten Plattlerfolgen geschah nach der Gründung der Volkstanz- und Trachtenvereine (1883). Der Schuhplattler bekam eine feste Figurenfolge, einen einheitlichen Eingang, wurde zum Gruppenpaartanz oder zum Burschentanz umfunktioniert. So wurde daraus ein Schautanz, bei dem sich der Tänzer nicht mehr um die Tänzerin, sondern um die Zuschauer bemüht. Dadurch ist auch aus dem ursprünglichen Volkstanz eine großartige artistische Leistung, eine Showform für Zuschauer geworden.
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Um 1900 wurde hauptsächlich durch bayrische Vereine, auch außerhalb Bayerns, der Schuhplattler über seine ursprünglichen Grenzen hinaus weit verbreitet.
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=== Artikel über die historischen Grundlagen ===
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In der Zeitung der [http://www.volkstanz.at/ BAG Österreichischer Volkstanz] [http://www.volkstanz.at/FKreis/2001/DFK4_01.PDF Fröhlichen Kreis Dezember 2001] erschien auf Seite 15 von Erwin Salzer, Tirol:
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:'''Unsere Schuhplattler'''
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== Plattlerformen außerhalb dieses Verbreitungsgebietes ==
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Ein zweites großes Verbreitungsgebiet des Plattelns ist in Ungarn und den angrenzenden Gebieten zu finden. Ob es einen historischen Zusammenhang dieser beiden Traditionen gibt ist ungeklärt. Siehe etwa das folgende Video:
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Aber auch im Norden Europas, etwa in Norwegen, oder in der Schweiz gibt es schuhplattlerähnliche Tanzfiguren.
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* Typ A: mit Tänzerinnen und Armfiguren
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: Beispiel [[Lüsener Deutscher]]
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* Typ B: mit Tänzerinnen, ohne Armfiguren
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* Typ C: ohne Tänzerinnen
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: [[Amboss Plattler]]
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Schuhplattler beim Volkstrachtenfest in Wien, 1920.
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Historische Aufnahme aus dem [http://www.aeiou.at/aeiou.film.f/f109a AEIOU - Österreich-Lexikon].
  
Die Bezeichung [[Schuhplattler]] taucht um 1860 auf, eine Beschreibung aus 1859 spricht noch von einem ''gestrampften Gebirgsländler''.
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Schuhplattler beim Volkstrachtenfest in Wien, 1920.
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Historische Aufnahme aus dem [http://www.aeiou.at/aeiou.film.o/o422a AEIOU - Österreich-Lexikon].
  
 
[[Category:1Tanzformen]]
 
[[Category:1Tanzformen]]
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[[Category:Besondere Tanzmerkmale]]
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[[Category:Paartanz]]
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[[Category:Gruppentanz]]
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[[Category:1Video]]
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[[Category:1AVideo]]
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[[Category:Ländler]]

Aktuelle Version vom 7. Juni 2016, 18:55 Uhr

Hier ist eine alphabetische Übersicht von Schuhplattler-Tänzen.

Näheres dazu gibt es auch auf Wikipedia.

Historisches

In einer Tanzbeschreibung der Ritterdichtung Ruodlieb um 1030 im Kloster Tegernsee glaubt man, eine Frühform eines Schuhplattlers zu finden. Erste eindeutige Beschreibungen gibt es ab dem Ende des 18. Jahrhunderts.

Der Oberpinzgauer Josef Panzl aus Matrei in Osttirol wurde 1809 als Freiheitskämpfer gefangen und zum Tod verurteilt. Durch einen meisterhaften Plattler, den der bei einem Fest des französischen General Bertrand vortanzte, errang er wieder die Freiheit.

In den Statistischen Erhebungen Erzherzog Johanns finden sich verschiedentlich Belege für das Platteln in der Steiermark, so in Leoben 1812: "..alles schlägt dabei in die Hände, auf die Schenkel, und sogar auf die Waden, tritt mit den Füßen, pfeift und lärmt nach dem Tackte..." oder im Kreis Bruck an der Mur 1840: "Die lustigen Burschen ... klatschen sich üfters dabey nach dem Takt in die Hände und ledernen Hosen..." (Quelle: Richard Wolfram: Die Volkstanznachrichten in den Statistischen Erhebungen Erzherzog Johanns. In: Volk und Heimat. Festschrift für Viktor von Geramb. Graz-Salzburg-Wien 1949, Anhang, S. 295)

Die Bezeichung Schuhplattler taucht um 1860 auf, eine Beschreibung aus 1859 spricht noch von einem gestrampften Gebirgsländler. Im Brevier der Tanzkunst (Albert Czerwinski, 1879) ist der Schuhplattler beschrieben als Ländler für nur ein Paar, als Liebeswerbung in Gebärden.

Verbreitungsgebiet Bayern-Österreich

Das ursprüngliche Verbreitungsgebiet ist nach Karl Horak relativ klein, im Westen bis zum Fernpass, im Süden bis zum Salten, Ritten, Dolomiten, in das Pustertal, im Osten bis Greifenburg (Drautal), bzw. Goldegg (Salzachtal), im Norden bis zum Fuß der Alpen (Ruhpolding, Reit im Winkel, Miesbach, Bad Tölz, Garmisch-Partenkirchen.

Die Entwicklung dieses freien Werbetanzes zu komplizierten und fixierten Plattlerfolgen geschah nach der Gründung der Volkstanz- und Trachtenvereine (1883). Der Schuhplattler bekam eine feste Figurenfolge, einen einheitlichen Eingang, wurde zum Gruppenpaartanz oder zum Burschentanz umfunktioniert. So wurde daraus ein Schautanz, bei dem sich der Tänzer nicht mehr um die Tänzerin, sondern um die Zuschauer bemüht. Dadurch ist auch aus dem ursprünglichen Volkstanz eine großartige artistische Leistung, eine Showform für Zuschauer geworden.

Um 1900 wurde hauptsächlich durch bayrische Vereine, auch außerhalb Bayerns, der Schuhplattler über seine ursprünglichen Grenzen hinaus weit verbreitet.

Artikel über die historischen Grundlagen

In der Zeitung der BAG Österreichischer Volkstanz Fröhlichen Kreis Dezember 2001 erschien auf Seite 15 von Erwin Salzer, Tirol:

Unsere Schuhplattler

Plattlerformen außerhalb dieses Verbreitungsgebietes

Ein zweites großes Verbreitungsgebiet des Plattelns ist in Ungarn und den angrenzenden Gebieten zu finden. Ob es einen historischen Zusammenhang dieser beiden Traditionen gibt ist ungeklärt. Siehe etwa das folgende Video:

Aber auch im Norden Europas, etwa in Norwegen, oder in der Schweiz gibt es schuhplattlerähnliche Tanzfiguren.

Typologie

  • Typ A: mit Tänzerinnen und Armfiguren
Beispiel Lüsener Deutscher
  • Typ B: mit Tänzerinnen, ohne Armfiguren
Angerer Plattler
  • Typ C: ohne Tänzerinnen
Amboss Plattler

Videos

Schuhplattler beim Volkstrachtenfest in Wien, 1920. Historische Aufnahme aus dem AEIOU - Österreich-Lexikon.

Schuhplattler beim Volkstrachtenfest in Wien, 1920. Historische Aufnahme aus dem AEIOU - Österreich-Lexikon.