Obernzeller Landler

Aus Dancilla Wiki
Wechseln zu:Navigation, Suche

Obernzell an der Donau in Niederbayern.

Ausgangsstellung

Paartanz im Kreis, Blick in Tanzrichtung. Tänzerin mit dem linken Arm in den rechten des Tänzers eingehängt.

Landlerschritt

Takt 1: Mit den Außenfüßen beginnend, machen beide in der ersten Zählzeit einen Schritt mit Gewichtsübertragung in Tanzrichtung. In der zweiten Zählzeit werden die Innenfüße ohne Gewichtsübertragung beigestellt, wobei nur die Fußspitze den Boden berührt. In der dritten Zählzeit wippen beide einmal leicht, durch geringes Beugen des Knies, auf dem Standbein auf und ab.

Takt 2: Der nächste Schritt wird mit den Innenfüßen ausgeführt. Die Bewegungen erfolgen gegengleich zu denen in Takt 1.

Tanzbeschreibung

Figur 1

Takt 1-8: Während der ersten Figur gehen die Paare im Landlerschritt und in der beschriebenen Haltung auf die Tanzfläche. Bei den Tanzwiederholungen Gehen im Kreis.

Figur 2

Takt 1-8: Weiter gehen im Landlerschritt, dazu wird ein Gstanzln gesungen, auch von den Tänzerinnen.

Figur 3

Takt 1-6: Paarweise an den Händen fassen (rechts in links), Wendung mit einer viertel Drehung im Uhrzeigersinn zueinander, sodaß sie sich linksschultrig versetzt gegenüber stehen und strecken die Arme schräg nach unten zur tiefen Zweihandfassung. Er blickt nach kreisaußen, sie zur Kreismitte. In dieser Haltung gehen beide im Landlerschritt gegen den Uhrzeigersinn zweimal um die Paarachse, wobei die linken Füße beginnen.

Takt 7-8: Die Tänzerin hält inne, der Tänzer löst die linke Handfassung, hebt die rechte Hand mit der gefassten linken deder Tänzerin und geht mit zwei Schritten im Uhrzeigersinn durch dieses Tor zur Gegenüberstellung mit der Tänzerin, Bursch mit Rücken zur Kreismitte. Er dreht sich dabei fast einmal im Uhrzeigersinn um sich selbst. Die Innenhände bleiben weiterhin gefasst und werden am Ende von Takt 8 ein klein wenig gegen Tanzrichtung geschwungen.

Figur 4

Takt 1: Der Tänzer schwingt seine rechte mit der gefassten linken der Tänzerin in Tanzrichtung vor. Die Arme sind fast gestreckt. Die Außenhände hängen locker herab oder liegen am Rücken an.

Takt 2-4: Der Tänzer umrundet seine Tänzerin mit drei Schritten, mit dem rechten Fuß beginnend, einmal im Uhrzeigersinn, sie dreht sich fast drei Mal gegen den Uhrzeigersinn und weicht ihm etwas aus. Er macht mit den gefassten Händen, mit fast gestrecktem Arm eine großräumig kurbelnde Bewegung. Am Ende des vierten Taktes senkt der Tänzer die gefassten Hände und legt ihr seinen rechten Arm um den Hals.

Takt 5-6: Sie dreht sich in seinen Arm ein und er zieht sie ein wenig an sich heran ("Halsen"). Beide haben nun Front in Tanzrichtung. Mit einer Drehung im Uhrzeigersinn wird die Tänzherin am fast gestreckten Arm im Uhrzeigersinn aus- und in Takt 6 noch einmal im Uhrzeigersinn weitergedreht.

Takt 7-24: Wiederholung des Arme Schwingens, Dirndl Umrundens und Halsens. Diese sechstaktige Figur wird noch dreimal wiederholt, also insgesamt viermal ausgeführt.

Ob der Tänzer seine Tänzerin am Streckarm führt oder die gefassten Hände oben läßt, hängt von der Spielweise der Musikanten ab. Bei langsamem Tempo wird man eher "kurbeln", bei schnellerem die Arme oben lassen, weil man sonst in Hektik verfällt.

Kadenz

Takt 1-2: Die gefassten Innenhände werden vor geschwungen, die Tänzerin beim Rückschwingen noch einmal gegen den Uhrzeigersinn gedreht. Alternativ kann man das Schwingen und Drehen weglassen und in Anfangshaltung zwei Landlerschritte in Tanzrichtung gehen.

Damit ist ein Durchgang des Landlers beendet. Im allgemeinen wird er drei mal durchgetanzt.

Einige Gstanzln

Lustig und kreuzfidel, hoam gehn ma nit so schnell.
Hoam gehn ma scho, aba jetzat nit no!
Furt in der Früah, hoam auf d' Nacht, so hats mei Vota gmacht.
Furt auf d'Nacht, hoam in der Früah, so machans mir.
Lustig is auf der Welt, ham die Herrn a koa Geld,
Is für uns a koa Schand, wann ma koans ham!
Aber lusti hab i g'heirat und traurig hab i g'haust,
hab a Stubn voll Kloane und a Wei, das ma graust.
Aba Deandl, wannst mi wuist liam, muaßt as Herz auffi schnürn,
d' Haar müaßn gschnecklat sei, nacha ghörst mei.
Des landlerisch Tanz'n und 's Gehn bei der Nacht,
des hat mi beim Deixl so liadali g'macht.
Vom Woid samma aussa, dDrum samma so frisch,
ja weil Winter wia Sommer a Schneewerl drin is.
Drei Radi, drei Ruam und drei Waldler-Buam,
aba de san hoit so raß, daß's koa Teife net fraß.

Quellen

CD